Völkerrecht vor Menschenrechten – oder doch besser umgekehrt? Diese schon anlässlich der Entmachtung des venezolanischen Diktators Maduro heftig diskutierte Frage ist spätestens seit der unkontrollierten Eskalation des Irankrieges unbeantwortbar.
Die Erwartung einer Ablöse des diktatorischen Regimes ohne militärische Präsenz vor Ort erweist sich jedenfalls als völlig unrealistisch. Zugleich führt die offensichtliche Fehleinschätzung seitens der USA und Israels, der Iran-Krieg ließe sich in Analogie zum Coup in Venezuela rasch eingrenzen, zu einer fatalerweise vor allem für Europa zutiefst beunruhigenden Eskalation.
Dabei geht es keineswegs „nur“ um steigende Energiepreise und gefährdete Lieferketten, sondern vor allem auch um eine in ihrem Ausmaß nicht abschätzbare Flüchtlingswelle. Putin profitiert fatalerweise von dieser Situation, setzt seinen aggressiven Ukraine-Krieg ungehindert fort und forciert den Ausbau einer gesamteuropäischen Drohkulisse.
Amerika hingegen liegt im wahrsten Sinn des Wortes „weit vom Schuss“. Entsprechend larmoyant und konzeptlos agiert nicht nur Präsident Trump, sondern auch sein offensichtlich fehlbesetzter „Kriegsminister“ Hegseth.
Zu hoffen ist, dass am Ende nicht nur für die USA, sondern auch für den Iran doch noch wirtschaftliche Interessen zum entscheidenden Anreiz für eine Deeskalation werden. Irans neuer Machthaber Modschtaba Chamenei verfügt nämlich persönlich über ein immenses, auf etwa 400 Mio. USD geschätztes, international gestreutes Vermögen und kontrolliert im Wege von Holdings und Stiftungen maßgebliche Sektoren der persischen Wirtschaft.
Auch wenn das kein lauteres Motiv wäre: Möge aus dieser Interessenslage letztlich die Bereitschaft erwachsen, einen „Deal“ einzugehen, der diesen Krieg beendet!
19. März 2026